RAL 6024 Traffic Green

 Hubert Höllmüller / Edgar Sorgo

"social gardening" im Ökopark Fekonja, Pomisgasse,Graz, 2015



Im Grazer Stadtbezirk Jakomini existiert ein 4500m² kleiner Park. Dieser zentrumsnahe Grün Raum, wurde von seinen ehemaligen Besitzern, der Familie Fekonja, als "Naturgarten" belassen. Ein gesperrter und "romantisch überwachsener" Zivilschutzbunker aus dem zweiten Weltkrieg bildet die höchste Erderhebung in diesem Raum.


Durch seinen teils alten und hohen Baumbestand und seine ökologische Vielfallt, -innerhalb eines urbanen Siedlungsgebietes- wurden schon vor vierzig Jahren Biologen, Urbansoziologen, Stadtraumentwicklern, uvm. auf diesen Garten aufmerksam. Das Stadtgartenamt der Stadt Graz erwarb in den letzten 80er Jahren diesen privaten Garten von der Familie Fekonja. Er wurde als erster Grazer naturbelassener Park gewidmet, und mit dem Namen "ÖKOPARK FEKONJA", als Projekt für neue Lebensraumqualität innerhalb eines urbanen Siedlungsgebiet, - nicht als Volksgarten - sondern als "Oase" der Öffentlichkeit übergeben. (:....."selbst das Totholz wird zum Großteil als Lebensraum für Höhlenbrüter erhalten bleiben",..(...)..."auch einen idealen Abenteuerspielplatz für Kinder"... Zitat Kl. Zeitung 1985).


Mittlerweile hat sich der städtische Ballungsraum verändert. Dieser seinerzeit eher an der Stadtperipherie gelegene kleine Ökoraum, ist heute von veränderten urbanen Kontexten umgeben.


Einerseits ist hier das angrenzende große Siedlungsgebiet. Dieses wird als, " demografisch belastetes Gebiet, mit vielen Gemeindebauten, mit einer hohen Kinder- und Jugendhilferate mit einkommensschwachen Familien…." beschrieben. Als " uneinsehbarer Urwald " von den erwachsenen Anrainern nie genutzt, wird diese Oase heute nur von einer kleinen Gruppe von Kindern und Jugendlichen zu Ihrer Verortung genützt. Ihnen wurde ein wetterfester Container hingestellt. Sie selbst haben ihn entmüllt, geputzt, gestrichen, und gestaltet. Die Anrainer klagen von " Lärm, Müll, Kampfhunden, Drogen,... fehlende Nutzungsmöglichkeit .....". und verbinden ihre allgemeinen Siedlungsprobleme mit dem Ökopark Fekonja.
Noch vor einigen Jahren hat die Stadt Graz dieses Jugendprojekt mehrfach in ihren eigenen
Online-Medien als Vorzeige-Projekt beworben. Voriges Jahr hat die Stadt Graz in Verantwortung durch das Jugendamt, dass Kinder und Jugendprojekt Ökopark Fekonja überraschend durch Beendigung der finanziellen Unterstützung eingestellt, und in einer Schnellaktion, den von den Kinder und Jugendlichen selbst gestalteten Container abtransportiert.
Durch diese sozialen Konflikte, beschäftigen sich nun seit geraumer Zeit, Streetworker, Jugendbehörden, Polizei und Bezirksbehörden, Anrainerversammlungen, Sozialmedizinische Zentren, Friedensbüros, uvm. mit diesem Grün.


Andererseits,- nur durch die Gleise der Südbahnstrecke getrennt-, drängen die Wirtschaftsinteressen, wie der Grazer Messe, der Hotels, des Handels, neuer Medien, (Slogan: " Neuer Raum für neue Kommunikation"), diesem logistisch gut erschlossenem Gebiet immer näher.

Nochmals Andererseits, -auf dem Fußballspielplatz- baut die öffentliche Hand bis 2017 ein "modernes Ballsportzentrum für den Leistungs- und Breitensport".

RAL 6024
Es gibt gleichfalls - und das wohl in jeder Kultur, in jeder Zivilisation -wirkliche Orte, wirksame Orte, die in die Einrichtung der Gesellschaft hineingezeichnet sind, sozusagen Gegenplazierungen oder Widerlager, tatsächlich realisierte Utopien, in denen die wirklichen Plätze innerhalb der Kultur gleichzeitig repräsentiert, bestritten und gewendet sind, gewissermaßen Orte außerhalb aller Orte, wiewohl sie tatsächlich geortet werden können. Weil diese Orte ganz andere sind als alle Plätze, die siereflektieren oder von denen sie sprechen,.. ( Foucault: Andere Räume)
(man könnte hier auch Michel de Certeau, David Bloor, Pierre Bourdieu oder Slavoj Zizek zitieren)


KünstlerInnen (Gäste) thematisieren temporär den "Ökopark Fekonja".
Im Open- Air Charakter, werden Rauminstallationen, Lesungen, Videointerviews/Film, Fotoarbeiten .. intervenieren, in dieser nun "verwüsteten Oase mit viel Totholz, sowie Ökoraum mit Höhlenbrütern und Zivilschutzpunker mit Kampfhunden", uneinsehbar von den Anrainern..
Diese vielen Räume,..die eigentlich nicht miteinander vereinbar sind.(ebd) . durchdringt "RAL 6024", - um sie an einem Ausflugsziel, wieder zueinander in Beziehung zu setzen.


Ein poetischer Park und seine Geschichte.


Ökopark Fekonja, Pomisgasse, Bezirk Jakomini, Graz

1. Ausflug: Unter "social gardening - out of el eden" wurde "RAL 6024", zum ersten Mal mit dem Kunstverein "RHIZOM" innerhalb ihrer Projektreihe " SVA - Social Venture Analyses" im Rahmen von "aktuelle Kunst in Graz 2014" vorgestellt.


2. Ausflug: Ende Juni 2014 gab es einen Erlebnisrundgang mit der Grazer Stadträtin Lisa Rücker. (zuständig für Kultur, Umwelt und Gesundheit) im Park.

 

3. Ausflug: Donnerstag 2.Juli 2015 18 Uhr 30, "opening"
artists:
Ingo Abeska, e.d.gfrerer, Severin Hirsch, Hubert Höllmüller, Wolfgang Oeggl,
Zita Oberwalder, Dorothee Steinbauer, Edgar Sorgo, Angelika Thon

Reiseführung: Alexandra Riewe

 

 

4. Ausflug:  Donnerstag 17.September 2015 18 Uhr 30,  "opening"

artists:

Ingo Abeska, Tudor Bratu, Cornelia Genschow, e.d. gfrerer, Severin Hirsch, Hubert Höllmüller, KRI Kammerhofer, Wolfgang Oeggl, Zita Oberwalder, Christian Ruck, Edgar Sorgo, Angelika Thon 

 

Reiseführung:    Alexandra Riewe

Eröffnung:         Lisa Rücker (Stadträtin für Kultur, Umwelt und Gesundheit)

 


laufend Video: Interviews mit sozial Beteiligten werden dokumentarisch festgehalten werden. StudentInnen für soziale Arbeit, an der FH-Feldkirchen/Kärnten
Die Jugendlichen Anrainer wirken bei den jeweiligen Künstlern mit.

 

 

Die "Interventionen" bleiben bis Ende Oktober 2015 Bestandteil des Parks.

 



Flugbild (Google)

 



Infotafel 1985 ("....konnte sich.. ungestört eine kleine Oase entwickeln...")


 

Ansicht: Zivilschutzbunker (ehem. Containerstandplatz) Mai 2014

 

Künstlertexte u. Bildergalerie 3. Ausflug: RAL_6024_Dossier.pdf

 

siehe:

Grabe_Schöck.pdf

Gemeinderatsanfrage der FPÖ an Stadträtin Lisa Rücker vom 9. Juli  bezüglich des Projektes RAL 6024 im Fekonjapark

 

 

Projektpartner: RHIZOM, BUERO BUOL RIEWE

 

support by:

      Bezirksrat Jakomini